| Bereits um 780 n. Chr. wurde Ernst in einer alten Urkunde des Klosters Echternach unter der Bezeichnung "Arneche" erwähnt. Dass es sich bei diesem "Arneche" um Ihr heutiges Ernst handelt, zeigt bereits 1929 Dr. Wampach, der Übersetzer dieser Urkunde. Er, sowie andere bekannte Ortsnamenskundler, sind überzeugt von der Wortverwandtschaft der alten Mundart Namen und den ersten schriftlichen Zeugnissen. Unter diesem Gesichtspunkt kommen sich "Änsch" und "Arneche" schon sehr nahe und beim noch heutigen Cochemer Dialekt mit Ärnsch noch näher. | |||||||
| Die Schreibwandlung A zu E erfolgte
um die Jahrtausendwende. In dieser Zeit fand der Übergang der Moselromanischen Sprache
zur Moselfränki- schen Sprache, unserem heutigen Dialekt, statt. In der Übergangszeit, der sogenannten Doppelsprachigkeit, wandelte sich zum Beispiel: "Alsatia" ins "Elsaß", aus "Ancreiacum" wurde "Enkirch" und aus unserem "Arneche" machte man "Erneste". Aus dem 1120 erwähnten " Erneste " wurde im Laufe der Jahrhunderte Ihr heutiges " Ernst ". Es reiht sich damit in die große Anzahl früh erwähnter Nachbargemeinden im Moselkrampen ein. Die Siedlung Ernst gilt als keltischen Ursprunges und setzt sich ursprüng- lich aus zwei getrennten Orten zusammen; Ober- und Niederernst! Wenn Sie einmal bei einem Ausflug auf den Valwigerberg sich Ernst " von oben " anschauen, werden Sie die beiden historischen Ortskerne leicht er- kennen können. Nachhaltig geprägt ist Ernst heute jedoch durch die Anlegung der Mosel- straße (1845), den Bau der Kirche (1845) und der Schule (1833). An- |
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| lehnend an den Baustil von
Lassaulx, dem Erbauer der Ernster und 17 weiterer rhei- nischer Kirchen, entstand eine fast komplette Straßenzeile in neoklassischer Bruchsteinbauweise die sich bis heute er- halten hat und den Ort, auch im Kern, nach- haltig gestaltet. Das Innere und Äußere der Kirche ist sicherlich bemerkenswert. Fachwerkhäuser ab 1503 und viele romantische Winkel komplettieren das erst- mals 780 erwähnte historische Ernst. Weinberge auf der Ernster Seite der Mosel gab es früher nur sehr wenige; vorwiegend war die Ernster Gemarkung mit Obstbäumen bepflanzt. Neben dem Wein wurde aus dem Obstverkauf ein nicht unwesentlicher Anteil |
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| des Einkommens erzielt. Erst durch die Flurbereinigung
Ende der 50er, Anfang der 70er Jahre wurde der überwiegende Teil der "Ernster
Mark" dem Weinbau erschlossen. Der überwiegende Teil des Weinbergsbe- sitzes der Ernster Winzer befand sich früher auf der Valwiger Seite. Jeder Betrieb hatte seinen eigenen Nachen, mit dem man in die "Wingerte" des Valwigerbergs gelangte. Nach wie vor wachsen in diesen steilen Hängen mit den leichten Schiefer- böden die unverwechselbaren, feinfruchtigen und spritzigen Rieslingweine, für die Moselweine in aller Welt bekannt sind. Ernst, als direkter Nachbar von Cochem, hat sich in den letzten Jahr- zehnten vom reinen Winzerdorf zu einem echten Wein- und Feriendorf |
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| gewandelt. Bereits 1840 kamen bereits die ersten Touristen an die Mosel, es
waren meist englische Kulturreisende, Maler und Schrift- steller. Nachdem sie den Rhein bereist hatten und die Dampfschiff- fahrt auf der Mosel begonnen hatte, war die Mosel das nächste Urlaubs- ziel. Diese Künstler haben uns wunderschöne Ansichten unserer |
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| romantischen Dörfer und Städte an der Mosel hinterlassen, die sonst heute nicht mehr bekannt währen. Aus dieser Zeit datieren auch die ersten Moselläufe und Moselführer. | |||||||